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So war mein Januar 2023

Taj Mahal Januar 2023

Der Januar war ein sehr ereignisreicher Monat, denn ich habe ihn zum größten Teil im Ausland verbracht. Er startete mit einer grandiosen Silvesterparty – ganz ohne Feuerwerk, draußen bei ca. 9 Grad aber mit einer mitreißenden Band und umgeben von ausgelassen feiernden Menschen aller Nationen und Generationen. Und das alles in Jaipur, Indien.

Eine Hochzeit in Indien

Einer unserer liebsten und ältesten Freunde ist Inder. Mein Mann hat ihn im Studium in den USA kennengelernt und alle ein bis zwei Jahre treffen sie sich irgendwo auf der Welt. Mir geht immer das Herz auf, wenn ich die beiden zusammen erlebe. Es wird immer viel gelacht und man merkt die gegenseitige Zuneigung. Sie sind sich recht ähnlich und der Humor, die Herzenswärme und die große Tatkraft und Energie eint sie. Über die Jahre haben sie viel zusammen erlebt und geteilt. Schöne Zeiten, wie unsere eigene Hochzeit 2007, aber auch schwere Zeiten, wie die Scheidung unseres Freundes und der Weggang seiner Kinder auf ein Internat in England.  

Umso mehr hat es uns gefreut, dass unser Freund ein neues Glück gefunden hat. Er hat in Mumbai seine italienische Freundin geheiratet und wir waren eingeladen. Es war eine wirklich sehr schöne Hochzeit. Nicht nur das Brautpaar entstammte verschiedenen Kulturkreisen, auch die Gäste kamen von rund um den Globus: Italien, Deutschland, Belgien, Niederlanden, Israel, USA, Singapur, um nur einige zu nennen. Wie in Indien üblich, erstreckten sich die Feierlichkeiten über mehrere Tage und Orte. Und es gab fantastisches Essen. Das Beste aus Indien und Italien und natürlich: ALLES VEGETARISCH! Ich konnte mein seltenes Glück kaum fassen. In weiser Voraussicht hat uns das Brautpaar vorab mit ayurvedischer Medizin gegen Völlegefühl versorgt….

Eines der Highlights dieser Hochzeitsfeier war für uns das Wiedersehen mit der herzlichen, weltoffenen und hochgebildeten Familie unseres Freundes. Insbesondere auch mit den inzwischen 15- und 21- jährigen Töchtern, die seit der Trennung in England, bzw. USA leben. Wir waren alle sehr gerührt, als die beiden ihren Vater zum Traualtar führten. Wirklich groß, von den „Kleinen“!

Rajasthan

Weil der Weg weit war und die Freunde so schön beisammen, gab es im Anschluss an die Hochzeit noch eine gemeinsame Rundreise in Rajasthan. Mit einer bunten Gruppe aus Familie und Freunden waren wir eine Woche im Reisebus unterwegs. Über Jaipur und Fort Amber ging es von Bharatpur, Fathepur Sikri, Agra und das Taj Mahal nach Delhi, wo eine weitere Hochzeitsfeier stattfand.

Mit einer organisierten Gruppentour unterwegs zu sein, war ungewohnt für mich, aber ich habe es sehr genossen. Es war alles sagenhaft gut organisiert und es ist natürlich sehr bequem an nichts denken zu müssen. Es ist aber vor allem auch schön, so viel Zeit miteinander zu verbringen. Wir haben tolle Menschen kennengelernt, viele interessante Gespräche geführt, viel gesehen, viel erlebt. Der Abschied ist uns schwergefallen, aber es wurden sehr viele Einladungen ausgesprochen. Ein erstes Treffen in Italien ist bereits geplant. Ich freue mich schon!

Aufstellungen around the world

All unsere Reisen im letzten Jahr waren eigentlich „workations“. Das heißt, ich habe immer online weitergearbeitet. In Indien war das so eine Sache. Entweder war keine Zeit, denn bei der Rundreise war jede Minute verplant oder das Internet war einfach zu schlecht für Videokonferenzen. In Kerala gehörte dann zum Prinzip „Detox“ auch der Verzicht auf Arbeit und Internet. Auf systemische Aufstellungen musste ich trotzdem nicht ganz verzichten. Denn seit ich für unseren Freund einmal in einem Hotel eine Aufstellung mit Schachfiguren durchgeführt habe, stellt er mich so vor: „She does constellations. You MUST try it. It’s fascinating!“ Und so habe ich im fernen Indien einen Abend lang mit Flaschen, Gläsern und Aschenbechern aufgestellt und diese großartige Methode auch dort ein wenig bekannter gemacht…

Ayurveda

Eigentlich war die Ayurveda-Kur schon 2020 gebucht. Aber dann kam kurz vor Abflug der Lock-down. Nun haben wir es also nachgeholt. Das Resort war ausgebucht! Während wir in Rajasthan zu den ersten internationalen Gästen gehörten, läuft dort der Betrieb schon eine ganze Weile auf Hochtouren. Viele sind Stammgäste und kommen alle ein bis zwei Jahre wieder. Kein Wunder, denn die Anlage ist in wunderschöner Lage, liebevoll gepflegt und die Gäste werden mit viel professioneller Aufmerksamkeit und Herzlichkeit bedacht.

Eine Panchakarma Kur ist allerdings nicht mit Wellness zu vergleichen. Die Entgiftung ist durchaus anstrengend für den Körper. Die Ärzte passen daher nicht nur die Art der Behandlung an das jeweilige Beschwerdebild und das Dosha (Konstitutionstyp) an, sondern auch an die jeweilige Tagesverfassung.

Die Behandlungen waren prima, mein persönliches Highlight waren allerdings die unterschiedlichen Yoga- und Meditationsklassen, die im Ayurveda ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses sind. Und so begann unser Tag jeweils um 6:30 Uhr mit Yoga und Meditation bei unterschiedlichen Lehrern. Wenn Zeit und Energie reichten, folgte manchmal am Nachmittag noch eine weitere Runde.

Im ganzen Gelände gab es kein W-Lan (nur an der Rezeption), denn es wird geraten, die Gelegenheit zur inneren Einkehr zu nutzen und für sich zu bleiben. Wir hatten vor, das auch so handzuhaben, es ist uns aber nicht wirklich gelungen. Denn schon bald hatte sich ein kleiner Trupp aus Schweizern und Deutschen gefunden und so war die Zeit eher geprägt von guten Unterhaltungen und fröhlichem Gelächter. Auch hier sind wieder neue Freundschaften entstanden und eines der Paare haben wir bereits in Dubai getroffen.

Der Bücherberg, den ich mitgebracht hatte, blieb leider unberührt. Allerdings habe ich ein interessantes Buch in der Bibliothek gefunden. Aber davon ein anderes Mal.

Dubai

Ich gebe zu – ich habe mich bisher nie für Dubai interessiert. Wenn ich reise, interessiere ich mich vor allem für historisch bedeutsame Sehenswürdigkeiten, die Natur, die Kultur und natürlich die Menschen. Mit neuzeitlichen Superlativen bin ich nicht zu beeindrucken – dachte ich. Trotzdem war ich beeindruckt. Wie kann man so ein hohes Gebäude wie den Burj Kalifa mit 829 m und 189 Stockwerken überhaupt bauen?

Die Dubai Mall (eines der größten Einkaufszentren weltweit) wollten wir eigentlich nur durchqueren, um zu den Dubai Fountains am Fuße des Wolkenkratzers zu gelangen. Die musikalisch untermalten und choreographierte Wasserspiele sind eine der großen Attraktionen Dubais.

Tatsächlich sind wir nach der Vorstellung mehrere Stunden durch die riesige Mall geschlendert und haben das Aquarium, ein Dinosaurier Skelett, das Eislaufstadion und die vielen Skulpturen und Installationen bestaunt.

Die zwei Tage Dubai sind wie im Flug vergangen.

Kurz hier und schon wieder weg

Seit letzter Woche sind wir nun zurück in Deutschland. Kaum bin ich hier, bin ich auch schon wieder unterwegs. Im Moment bin ich in Sachsen, wo mein Mann demnächst beruflich einen völlig neuen Weg einschlägt. Auch für mich bedeutet das Veränderungen, auch wenn ich München nicht verlassen werde. Ob sich dadurch beruflich auch bei mir etwas ändern wird, weiß ich noch nicht.

Aber ich weiß ganz sicher: Change is good!

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